Dr. med. Petra Bindig

Gynécologue

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Gynäkologische Vorsorgeuntersuchung/Krebsabstrich – wie häufig?
Lange wurden die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung sowie der Krebsabstrich jährlich durchgeführt und „Jahreskontrolle“ genannt. Ab 2012 verringerte man je nach Alter und Risikosituation die Kontrollabstände. Gemäss KVG (Krankenversicherungsgesetz) muss die Krankenkasse aus der Grundversicherung die Kosten des Krebsabstriches bei fehlenden Risikofaktoren nur alle 3 Jahre übernehmen. Neue klinische Daten zeigen die sehr langsame Entwicklung eines Gebärmutterhalskrebses ab Viruskontakt über diverse Vorstufen und in 90% Selbstheilung innert ca. 2 Jahren – man weiss aber nicht, wer die 10% Frauen sind, bei denen sich das Abstrichresultat verschlechtert. So gab die Kommission für Qualitätssicherung der Fachgesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe am 1.3.2018 neue Empfehlungen zur Häufigkeit des Krebsabstriches heraus. Die Häufigkeit des Gebärmutterhalskrebses in der Schweiz ist eine der tiefsten weltweit. Das erklärte Ziel ist es, die Überbehandlung leichtgradiger Zellveränderungen - insbesondere bei jungen Frauen - zu vermeiden und sich hauptsächlich auf die Veränderungen mittelschweren bis schweren Grades zu konzentrieren. Derzeit gelten die Empfehlungen für alle Frauen, unabhängig von einer HPV-Impfung (Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs). Dazu sei erwähnt, dass der Gebärmutterhalskrebs immer durch Viren (HPV = humane Papilloma Viren = menschliche Warzenviren) hervorgerufen wird. Diese Viren befinden sich auf der Haut, also auch an den Schamlippen und am Hodensack.

Die neuen Empfehlungen lauten:
Die Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses durch einen sogenannten Pap-Abstrich wird alle 3 Jahre durchgeführt und beginnt im Alter von 21 Jahren (in den meisten anderen europäischen Ländern mit 25 Jahren), unabhängig vom Beginn der sexuellen Aktivität. Bei unauffälliger Vorgeschichte, Untersuchungsbefund und Abstrichresultat in den letzten 10 Jahren endet die Entnahme des Krebsabstriches bei der Vorsorgeuntersuchung mit 70 Jahren. Bei Frauen nach Gebärmutterentfernung kann auf den Krebsabstrich ganz verzichtet werden, wenn keine Krebserkrankung Grund für die Gebärmutterentfernung war.
Geplant ist in Zukunft statt des Pap-Abstiches alle 3 Jahre einen HPV-Test (direkter Virusnachweis mittels Abstich) bei Frauen ab 30 Jahren durchzuführen. Die Kosten hierfür werden von der Grundversicherung noch nicht übernommen.
So muss man die Häufigkeit der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung und –beratung losgelöst vom Krebsabstrich betrachten. Die Vorsorgekontrolle sollte unbedingt jährlich durchgeführt werden. Weitere Untersuchungen und Beratungen können selbstverständlich selbständig bei Bedarf individuell vereinbart werden.

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